Künstler
Komponisten
Daniel Selke Sebastian Selke
Informationen
Genre
Neoklassik
Erschienen am
14.06.2019
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Die Musik von Sebastian und Daniel Selke ist eine Gedächtnisübung. Alle vier Alben der beiden Brüder stehen in Zusammenhang mit ihrer Vergangenheit, einer Kindheit und Jugend im Ostberlin des letzten Jahrzehnts der DDR. Im Kern kann die Musik des Duos wie ein Dialog zwischen Geschwistern über ihre Erziehung und ihre Erfahrungen gehört werden, ein Gespräch, das durch Sebastians Cello und Daniels Klavier Form erlangt und im gemeinsamen Spiel zu CEEYS verschmilzt. Doch die durch ihre Musik geretteten Erinnerungen sind bei weitem nicht nur historischer, sondern vor allem emotionaler Natur.

 

Auf ihrem Album WÆNDE aus dem Jahr 2018 ging es ebenso um den Fall der Berliner Mauer 1989 und die damit verbundenen gesellschaftlichen Folgen wie um die dünnen Wände, die die jungen Brüder in ihrem Zuhause voneinander trennten und durch die sie sich gegenseitig auf ihren Instrumenten spielen hörten. Gleiches gilt für ihr jüngstes Album HIDDENSEE, das sowohl von einem real existierenden Ort – der malerischen ostdeutschen Ostseeinsel – als auch von einem Ort und einer Zeit erzählt, die für die Brüder von geistiger Bedeutung sind. "Im Grunde geht es um die Sehnsucht nach dem bescheidenen Eldorado unserer Kindheit", erklärt Daniel. Nach der Wiedervereinigung verließen die Brüder ihr Zuhause und lernten auf Reisen in den 1990er Jahren die Welt kennen – und vermissten, neben der Dankbarkeit für ihre neu gewonnenen Freiheiten, das Eden ihrer Kindheit. Die Dualität von Ost und West, Neuem und Vertrautem, spiegelt sich deutlich im Musikstil von CEEYS wider, der Einflüsse klassischer Lichtgestalten wie Bach, Händel, Haydn, Mozart und Beethoven mit weniger bekannten ostdeutschen Künstlern und den zeitgenössischen Musikern, die Sebastian und Daniel nach dem Mauerfall kennen lernten, vereint.

Das Verschmelzen historischer Zeitabschnitte erstreckt sich bis in die für das Album genutzten Instrumente, wo neben Cello und Klavier auch Instrumente der realsozialistischen Epoche zum Einsatz kommen. Zum Studio-Setup von CEEYS zählten so ein vollanaloges Mischpult mit High-End-Röhrenvorverstärkern, das ursprünglich in den 1960er und 1970er Jahren für den professionellen Rundfunk gebaut worden war, sowie eine Auswahl restaurierter Mikrofone, Federhall-Systeme, Tasteninstrumente und Rhythmusboxen mit Liebhaberwert aus ostdeutscher oder sowjetischer Produktion der 1950er bis 1980er Jahre. Ergebnis dieser Annäherung verschiedener Zeitabschnitte, die sich im Stil wie in der Technologie äußert, ist ein einzigartiger experimenteller Sound, eine Mischung aus Jazz, Ambient und Klassik. Für eine noch größere Authentizität des komplexen Aufnahmeprozesses wurde HIDDENSEE zudem teilweise im legendären Funkhaus Berlin produziert, einst Sitz des DDR-Staatsrundfunks. Die Brüder hatten das Glück, in Saal 3 arbeiten zu können, in dem sich heute das beeindruckende Studio von Nils Frahm befindet. Die feierliche und prachtvoll museale Atmosphäre im Funkhaus mit seiner einzigartigen Architektur, seinen Hallräumen und analogen Schätzen bietet den perfekten Rahmen für eine Reise in die Vergangenheit.

HIDDENSEE verdeutlicht ruhig und fokussiert die unglaubliche Vielseitigkeit der Selke-Brüder und ihre Fähigkeit, mit verschiedenen Instrumenten, Klängen und Stilen zu experimentieren. Gleichzeitig klingt auf dem Album die vertraute Dynamik der innerfamiliären Zusammenarbeit durch. Daniel und Sebastian Selke machen sich an die monumentale Aufgabe, gemeinsam nach verlorenen Zeiten zu suchen in einem Dialog, in dem beider Erinnerungen in einer Weise nebeneinanderstehen und sich ergänzen, wie es wohl nur in einer Bruderbeziehung möglich ist.

Künstler
Komponisten
Daniel Selke Sebastian Selke
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Genre
Neoklassik
Erschienen am
14.06.2019

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