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"Ich bin ein digitaler Nomade," sagt Arnold Kasar, "ich mag im Speisewagen sitzen, wenn der Zug morgens Berlin gen Süden verlässt, und mein Blick auf eine Landschaft im Morgennebel fällt. Es dauert keine fünf Minuten, und ich bin im alten Europa, in einem anderen Mindset. Ich kann im Speisewagen, aber auch in Hotels mit meinem mobilen Equipment sehr gut arbeiten. Ich habe mein eigenes Vokabular an Sounds, die niemand sonst hat. Das macht mich unabhängig. Mein Album Resonanz habe ich komplett auf diesen endlosen Bahnfahrten durchgehört, editiert und geschnitten."

Viel gependelt ist Arnold Kasar in den letzten Jahren, um mit legendären Typen wie Hans-Joachim Roedelius oder Friedrich Liechtenstein Platten aufzunehmen. Auf diesen Reisen hielt er die Eindrücke des Tages als Klangniederschrift fest, sein Laptop wurde zum Skizzenbuch. Auf diese Weise sammelten sich einige Stunden an extrem persönliche Klavierimprovisation an, von denen sich Kasar einige Aufnahmen herausgepickt und diese bis zu Unkenntlichkeit bearbeitet hat. Daraus entstand sein neues Album Resonanz.

"Ich habe einen Werkzeugkasten portabler Synthesizer, aus dem alles entsteht. Ich kann also jederzeit vom Klavier in Richtung Elektronik gehen und zurück zum Solopiano, oder beides vermischen." Diesen Prozess bezeichnet Arnold Kasar als Medienwechsel, von der Beobachtung zur dekonstruierten Melodie, zum düsteren Drone und zurück zur Betrachtung.