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Federico Albaneses drittes Album - sein bislang ambitioniertestes und das vielleicht gelassenste – beginnt mit einem Stück, das den Titel „682 Steps“ trägt. Es wurde inspiriert von einem kleinen Fußweg vom Haus seiner Mutter hin zu einem Fels am Meeresufer, einem Ort, der eine bestimmte Resonanz in ihm hervorruft. Warum, sagt er uns nicht. Ein Musikstück ohne Worte muss nicht weniger persönlich sein, und diese Auswahl ist so persönlich, wie eine Sammlung nur sein kann. „Ich gehe darin auf“, sagt Albanese, „übersetzt in Musik.“ Ein Hinweis auf die Bedeutung der Komposition findet sich im Titel des Albums: „Ich kann mir vorstellen, dass Lord Byron [an diesem Fels] sein Gedicht ‚The Sea‘ geschrieben hätte“, sagt er.


Bemerkenswert an dem Gedicht ist die Gegenüberstellung von Begriffen, die sich auf Gesellschaft und Einsamkeit beziehen, wie auch die explizite Freude daran, Wege einzuschlagen, die noch keiner beschritten hat. Es ist eine treffende Herleitung für den Titel des Albums. Denn es befasst sich mit Themen, die auch Albanese vertraut sind, Themen die er über den Zeitraum von einem Jahr in Musik fasste, „einem Jahr, in dem eine Menge passiert ist, Dinge, die schwer zu erklären sind. Diese zwölf Lieder stehen für Momente in meinem Leben, die beschrieben werden mussten. Einige waren positiv, andere nicht. Musik ist das Vehikel meiner Wahl für den Ausdruck tiefster Gefühle, auch solcher, die ich selbst kaum verstehen kann.“ Albanese, der seinen Wohnsitz 2012 in die deutsche Hauptstadt verlegte, scheut sich aber nicht, einige der Aspekte, die hinter seiner Musik liegen, mit anderen zu teilen. „Berlin ist immer darin enthalten“, sagt er. „Stücke wie ‚Mauer Blues‘ und ‚Boardwalk‘ beschreiben die Stadt, das dumpfe Grollen von Ideen und Inspirationen, das immer noch von ihr ausgeht. Das Titelstück spielt eine Schlüsselrolle, denn es beschreibt eine letzte Offenbarung, den Moment, in dem man den Abstand zur eigenen Deep Sea deutlich zu ermessen versteht. Die Aufnahme endet mit ‚The Cradle‘, einem Stück, das ich geschrieben habe, während mein ein Monat alter Sohn auf dem Flügel lag.“

Es liege ihm aber fern, fügt er hinzu, anderen seine je eigenen Gedanken und Erfahrungen aufzudrängen. „Lieber sähe ich, wenn jeder seinen Gedanken und Erfahrungen selbst auf den Grund ginge.“ By the Deep Sea bietet dazu viele Gelegenheiten. Vom sanft wogenden „We Were There“, über den zunehmend drängenden „Mauer Blues“, die bewegende „Minor Revolt“ und das besänftigende „The Cradle“, die auf Reich anspielenden Stücke „Your Lunar Way“ und „Boardwalk“, das kontemplative „Slow Within“, das leicht bewegte, ausgedehnte „Veiled’“ bis hin zum zauberhaften „Untold“ - das völlig unerwartet an manche von Vini Reillys fragilen Werken erinnert –, sind die Kompositionen dieses Albums bemerkenswert nuanciert, elegant und von großer Tiefe.

Die meisten Stücke entstanden aus Improvisationen, viele davon unterwegs auf Reisen, an unterschiedlichen Orten auf verschiedenen Klavieren gespielt und in Teilen aufgenommen. Später entwickelte ALBANESE dazu Arrangements, manche davon mit seinen bis heute reichsten Instrumentierungen. Begleitet wird er unter anderem von ILLAY, den er auf dem Bremer Jazzahead!-Festival kennengelernt hatte, und von seinem ihm seit vielen Jahren vertrauten Musikerkollegen Arthur Horning, beide am Cello, sowie von Simon Goff an der Geige, der darüber hinaus dem Toningenieur Francesco Donadello beim Mischen zur Seite stand. Albanese selbst – der das Album auch produzierte – spielt nicht nur Klavier, sondern auch Rhodes-Piano, Synthesizer, Hammondorgel, elektrische, akustische und Bassgitarre, und er besorgt die Außenaufnahmen.
„Zwar sind alle meine Alben in gewisser Weise persönlich“, stellt Albanese abschließend fest, „By the Deep Sea aber erzählt die Geschichte eines Innenraums, der tief im Selbst verborgen liegt.“ Zweifelsohne ist es seine bislang avancierteste Arbeit. Man kann und sollte sich in sie hinein versenken.

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