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Genre
Zeitgenössische Klassik
Erschienen am
16.04.2021
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Angesichts der schrecklichen Ereignisse des Zweiten Weltkriegs schlossen sich 48 Nationen zusammen, um ein einzigartiges Dokument zu verfassen, das den Frieden für künftige Generationen sichern sollte. Dieses Dokument wurde unter dem Namen "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" bekannt und hatte den Schutz dessen zum Ziel, was als Grundrechte und Grundfreiheiten eines jeden Menschen definiert wurde. Es war ein Meilenstein der Menschheitsentwicklung und wurde später in einer europäischen Konvention ratifiziert, die von einem unabhängigen internationalen Gerichtshof überwacht wurde, um sicherzustellen, dass sich die Fehler der Vergangenheit nie wieder wiederholen.

In diesem Jahr feiert Europa den 70. Jahrestag der Menschenrechtskonvention und deren Errungenschaften, doch wenn man sich etwas umsieht, ist es leicht zu erkennen, dass die in diesem Nachkriegsdokument vorgeschlagene Zielsetzung noch lange nicht erfüllt ist. Siebzig Jahre nach ihrer Entstehung möchte der deutsche Komponist Helge Burggrabe an die Ideen erinnern, die hinter der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte stehen. Zu diesem Anlass hat er ein weiteres Album mit dem Titel HUMAN komponiert. HUMAN hat etwas Großartiges an sich, als wäre die Musik der Soundtrack zu einem epochalen und beeindruckenden Film. Die Musik will eine Kraft in uns wecken, sie strebt nach etwas Größerem, nach einem Ideal. In vielerlei Hinsicht ist es genau das, was Burggrabe mit HUMAN bezwecken wollte. Das Album ist ein musikalischer Aufruf zum Handeln und zur Einheit, eine leidenschaftliche Motivationsrede, nur dass an Stelle von Wörtern treten Harmonien.

Als Teil des Europäischen Kulturprojekts HUMAN hat dieses Album eine genaue Vision und ein klares Ziel: die Jugend zu ermutigen, nach einer Gesellschaft zu streben, die auf Freiheit, Toleranz und Frieden basiert. Geboren im Brüsseler Stadtteil Molenbeek, dem Viertel, das aufgrund von Razzien und Verhaftungen nach den Terroranschlägen in Paris und Brüssel traurige Berühmtheit erlangte, ging das Kulturprojekt MENSCHEN von einer einzigen brennenden Frage aus: Wie können verschiedene Kulturen über alle Traditionen, Lebensstile und Philosophien hinweg friedlich zusammenleben? "Durch Musik und Tanz", so lautete die von Burggrabe vorgeschlagene Lösung. "Man kann viel über Frieden und Toleranz reden, aber wenn eine Gruppe junger Menschen ihre Sehnsucht nach Freiheit mit ihrem Körper und ihrem ganzen Wesen auf die Bühne bringt, hat das eine ganz andere Wirkung und Ausdruckskraft", erklärt Burggrabe. "Es war mir von Anfang an klar, über Tanz nachzudenken und auf Sprache in der Musik zu verzichten". Das Projekt, an dem bekannte Musiker, Choreographen und Tänzer beteiligt sind, wird einigen Kernpunkten der historischen Menschenrechts-Charta, wie Freiheit, Heimat, Gleichheit und Liebe, eine Form und eine Stimme geben: "Da die Vertonung aller 30 Artikel den Rahmen eines Konzerts gesprengt hätte, fragte ich mich, was die Kernthemen und die Grundbedürfnisse, die den Menschenrechten zugrunde liegen, sein könnten", sagt Burggrabe, der die Charta in 11 Kernthemen zusammenfasste.

Die Musik soll jedoch nicht nur eine klangliche Interpretation des Dokuments sein, sondern ein Gefühl der Wertschätzung für die darin eingeschriebenen Werte erwecken. Um dies zu erreichen, musste die Musik anregend und erregend sein. Sie sollte gleichzeitig zwingen und provozieren. Da Tanz und Performance den Kern dieses Projekts ausmachen, komponierte Burggrabe die Musik im Hinblick auf ihren körperlichen Ausdruck und fragte sich, welche Rhythmen Bewegungen inspirieren könnten, die die gewählten Themen zur Geltung bringen könnten:

"Mir wurde schnell bewusst, dass jedes einzelne Thema erst durch sein Gegenteil lebendig wird", erklärt der Komponist. So entstand eine kompositorische Dramaturgie, in der jedes Menschenrecht dargestellt wird, indem man seine Gewährleistung dem fehlenden Schutz gegenüberstellt. Dieses Spiel der Kontraste und Spannungen kommt vielleicht am besten in dem Stück 'Home' zum Ausdruck, wo ein sanfter und melodischer Anfang dem orchestralen Furor und Chaos weicht - eine durch die Verletzbarkeit der Flüchtlinge, die das Mittelmeer überqueren, inspirierte Katastrophe. Der Titel 'Recreation' überlagert seine Kontraste mit einer funkelnden Klaviermelodie, die über melancholischen Streicherarrangements schwebt. Das Stück macht sofort die Tristesse eines Lebens ohne Raum für Verspieltheit und Träumerei deutlich. Auf 'Community' gewinnt ein einsames und zerbrechliches Oboensolo durch die Hinzufügung neuer Klänge an Kraft und Vitalität und explodiert durch die Verbindung mit anderen Instrumenten in voller Klangfülle. Bei jedem Musikstück werden die Zuhörer zu den Höhen eines würdigen Lebens und zu den Tiefen eines unmenschlichen Lebens geleitet. HUMAN ist ein Album, das Zeitloses und Zeitgenössisches zusammenbringt. Einerseits hat seine Botschaft etwas Altes und Archaisches, ja sogar Elementares. Andererseits muss es, um dieser alten Weisheit einen Sinn zu geben, eine Antwort auf den heutigen Kontext und die aktuellen Kämpfe geben. Trotz der grundlegenden Natur der Themen innerhalb von HUMAN - dem offensichtlichen Bedürfnis nach Dingen wie Freiheit, Arbeit und Heimat für ein menschenwürdiges Dasein - ist das Eintreten dafür auch heute noch zwingend notwendig: "Angesichts von Missständen und sozialen Umwälzungen, ungleicher Verteilung, wachsenden nationalistischen Tendenzen und nicht zuletzt der Herausforderung der Isolation durch die Corona-Pandemie ist die Frage 'wie können verschiedene Kulturen über alle Grenzen von Traditionen, Lebensstilen und Weltanschauungen hinweg friedlich zusammenleben' wichtiger denn je", so der Musiker. HUMAN geht es darum, sich dieser Hauptfrage zu stellen, die vor mehr als 70 Jahren in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zum Ausdruck kam, aber dieses Mal schlägt Burggrabe statt statisch durch Worte auf Papier eine lebendige, atmende und vor allem gemeinschaftliche Alternative zu dem geschichtsträchtigen Schriftstück vor.

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27. Aug

HUMAN – das neue Album von Helge Burggrabe ist draußen!

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