Künstler
Henrik Schwarz Richard Spaven Robot Koch Sebastian Mullaert
Komponisten
ambient chillstep deep house Henrik Schwarz house John Metcalfe remix Robot Koch Sebastian Mullaert
Informationen
Erschienen am
22.11.2019
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John Metcalfe ist ein Musiker mit vielen Facetten. Der Komponist, Produzent, Arrangeur und Bratschist war Mitglied der Post-Punk-Band The Durutti Column, hat mit einer Reihe von Musikgrößen wie Peter Gabriel, Blur, The Pretenders und Coldplay zusammengearbeitet und Musik fürs Theater und Fernsehen geschrieben. Im Zuge dieser Vielseitigkeit, für die er bekannt ist, hat Metcalfe nun vier zeitgenössische Musiker gebeten, Remixe von Stücken seines Werks ‚Absence‘ (2018) für ein neues Album "Absence Remixes" anzufertigen. "Absence Remixes" enthält Tracks der Musiker Robot Koch, Sebastian Mullaert, Richard Spaven und Henrik Schwarz sowie einen Track von Metcalfe selbst.

Bei "Absence" handelt es sich um Metcalfes bislang wohl tiefgreifendste Arbeit. Zum Teil beeinflusst durch den Verlust des Vaters geht der Komponist und Musiker in seinen Stücken Themen wie Tod und Trauer nach und beschäftigt sich mit der Frage, wie wir mit der Lücke, die der Tod geliebter Menschen reißt, umgehen und uns versöhnen können. Auch wenn Metcalfe auf diesem Album mit Songstrukturen arbeitet, die konventioneller sind als bei den meisten seiner bisherigen Stücke, so strotzt dieses Werk doch vor innovativen Elementen, kantigen Klängen und wegweisenden Kollaborationen. Auf "Absence" findet man Klangwelten, die übliche Genregrenzen überwinden und elektronische mit klassischer Musik verschmelzen lassen. In Verbindung mit der Stimme von Rosie Doonan, Ali Friend am Bass und Daisy Palmer am Schlagzeug webt Metcalfe akustische und elektrische Sounds zu zehn Stücken, die sich mit tiefen und wahrhaftigen menschlichen Emotionen wie Liebe, Einsamkeit und Hoffnung auseinandersetzen.

Auf "Absence Remixes" geht es weniger um die persönliche Erfahrung von Verlust und Trauer. Vielmehr ist das Album eine musikalische Reise, die geprägt ist von der Experimentierfreudigkeit und Aufgeschlossenheit, die Metcalfes Arbeit seit jeher ausgezeichnet haben. „Klänge inspirieren mich. Klänge, in ihrer reinsten Essenz, inspirieren mich zum Komponieren“, so Metcalfe. So wundert es nicht, dass die Musiker, die er für die Zusammenarbeit an den Remixen auswählte, ebenso wie er ein tiefes Verständnis für den Klang, für den Ton in seiner dynamischsten und freisten Form haben. „Diese Musiker arbeiten alle in ganz unterschiedlichen Welten. Aber das Ausschlaggebende ist, dass sie alle sehr offen und aufgeschlossen sind: Es ist ihnen egal, wo ein Sound herkommt oder wo er sich einordnen lässt – sie benutzen ihn einfach, arbeiten mit ihm, spüren ihm nach“, erklärt Metcalfe. Mit diesem Album wollte Metcalfe neue und andere Richtungen einschlagen. Deshalb war es ihm wichtig, dass die mitwirkenden Musiker in ihrem kreativen Prozess nicht von seinem eigenen Blickwinkel und Verständnis der Stücke beeinflusst sein würden. „Wie sollen sie sich so damit identifizieren? Sie sind nicht ich, wie also sollen sie dieselben Erfahrungen gemacht haben wie ich? Nein, sie sollen sich selbst einbringen und selbst ausdrücken“, erklärt Metcalfe, der den Musikern bei der Arbeit an seinen Stücken vollkommen freie Hand gelassen hat.

Der deutsche Deep-House-Produzent Henrik Schwarz hat sich mit seinen hochgelobten Live-Sets, bei denen akustische, elektronische und sogar orchestrale Elemente miteinander verschmelzen, seine eigene Nische geschaffen. Seine visionäre Wahrnehmung der Musikproduktion als eine Fusion von verschiedenen Elementen sowie sein Verständnis von der Kraft einer Live-Performance, harmonierten und gingen Hand in Hand mit Metcalfes eigenen Vorstellungen vom Album. „In Johns Stück ‚Above The Waves Of Crystal Water‘ gab es vieles, von dem ich mich sehr angesprochen fühlte. Das Hinzufügen neuer Elemente war dann ein ganz leichter und spielerischer Prozess“, sagt Schwarz über sein Remix.
Auch Robot Koch produziert Musik, die geprägt ist von orchestralen Klängen von kinematografischer Größe. Metcalfe traf Koch bei einem Konzert in Berlin, das von ihrem gemeinsamen Label Neue Meister veranstaltet worden war, und begann, Ideen mit ihm auszutauschen und eine Freundschaft aufzubauen. „Ich liebe seine Klangwelten, und er ist ein wirklich netter Typ“, sagt Metcalfe über Koch.
Ein weiterer genreübergreifender Musiker auf dem Album ist Sebastian Mullaert, schwedischer Produzent für elektronische Musik. Zu den wiederkehrenden Themen in Mullaerts Arbeit gehören Ruhe, Stille, Zen-Meditation und Natur. Mullaert selbst beschreibt seinen kreativen Prozess beim Remixen wie folgt: „Zunächst arbeite ich mit den Sounds. Ich loope sie, spiele mit ihnen, forme sie, wie ein Töpfer, der mit Ton und Lehm arbeitet. Dieser Prozess wird zum Mantra, wie eine Meditation. Mein Studio füllt sich mit Sounds, mit Rhythmen … mit Echos von dem ursprünglichen Original-Track.“
Und schließlich wählte Metcalfe auch seinen engen Freund und Kollegen Richard Spaven für die Zusammenarbeit an einem der Remixe. Die Verbindung zu ihm ist die engste auf dem Album, da Spaven auch der aktuelle Schlagzeuger in Metcalfes Band ist. Spaven trommelte bereits für angesehene Musiker wie Flying Lotus, The Cinematic Orchestra und Jose James, um nur einige zu nennen, und wurde bekannt für einen Stil und einzigartigen Eklektizismus, der eine Brücke schlägt zwischen den Welten des Jazz und der elektronischen Musik. „Im Grunde ist er fast schon eine Legende“, so Metcalfe über Spaven. „Sehr viele Musiker sind ganz klar von ihm beeinflusst. Er hat eine geniale Kombination aus Leidenschaft und Spiritualität, und eine ordentliche Portion Intelligenz dazu.“
Zusätzlich zu den erwähnten vier Mitwirkenden wird auch Metcalfe selbst eine neue Version einer seiner Songs beisteuern. „Es ist immer spannend, wenn man sich Material, das man auf eine bestimmte Art und Weise verarbeitet hat, noch einmal anschaut und etwas Neues damit ausprobiert. Es ist ein bisschen so, als ob man sein Zimmer umräumt – die Möbel bleiben die gleichen, aber der Blickwinkel und die Energie verändern sich“, erklärt er. „Andererseits kann man aber natürlich auch alle Möbel wegwerfen und die Wände komplett neu streichen, sodass das Zimmer nicht mehr wiederzuerkennen ist.“

Auf der Klangebene verzweigen sich die fünf Stücke auf Absence Remixes in unterschiedliche Richtungen. Die gemeinsamen Werte aber, die die Musiker vereinen, lassen ein Album entstehen, dessen Herzstück musikalische Experimentierfreudigkeit und Freiheit sind.

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Henrik Schwarz Richard Spaven Robot Koch Sebastian Mullaert
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22.11.2019

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